Wer oder was sind die Döblinger Kojoten?
Die Döblinger Kojoten sind Fans des FIRST VIENNA FC.

Seit nahezu zwei Jahrzehnten begleiten sie die Blau-gelben durch die Höhen, Tiefen und Weiten des Fussballuniversums. Ihr Weg führt sie dabei in Regionen, die noch nie zuvor ein/e Fan/in betreten hat.

Die Döblinger Kojoten sind Fussballfans.

Wir sind aktiver Teil des Sports. Unser Agieren innerhalb und ausserhalb des Stadions ist ein öffentlicher Akt und daher politisch. Die Unterstützung für unsere Mannschaft schafft die Atmosphäre, in der das Spiel lebt. Wir sind mitverantwortlich für eine respektvolle Austragung des Spiels. Wir sprechen uns daher deutlich gegen jede Form der Diskriminierung aus. Unsere Kultur ist geprägt von der Überzeugung, dass Fussball ein Dach der respektvollen Begegnung sein muss.
Unser Selbstverständnis als Fußballfans basiert auf dem Grundsatz, dass jeder Mensch als eigenverantwortliches Individuum am Spiel teilnimmt
Von einer durchaus heterogenen Fankultur auf der Hohen Warte
Der First Vienna Football Club 1894, seineszeichens der älteste Fussballverein Österreichs hat neben seiner langjährigen Geschichte und Tradition, der - trotz Stahlrohrwahnsinns - nach wie vor beeindruckenden Naturarena auf der Hohen Warte vor allem auch eine lebendige Fankultur anzubieten, die sich von den klassischen Fankulturkonzeptionen, schon alleine durch ihre große Heterogenität auszeichnet. Angesichts der chronischen Erfolglosigkeit der Blaugelben in den letzten Jahr(zehnten)en, mag es verwundern, warum sich Woche für Woche trotzdem ein illustrer Haufen an treuen Supportern aus den unterschiedlichsten Milieus im Fanblock auf der Hohen Warte einfinden.

Um diesem Mysterium auf den Grund zu gehen, müssen wir zurück ins Jahr 1988, quasi der Geburtsstunde einer „Fankultur“ auf der Hohen Warte, als sich eine kleine Gruppe aus der „alternativen subkulturellen (Musik-)szene Wiens“ (Arena, Chelsea, etc.) auf der Hohen Warte einfand und unter dem Namen „Kleine Pommes“ einen an die angelsächsische Fankultur angelehnten Support für den First Vienna FC initiierten. Rasch kamen Gleichgesinnte, teilweise mit fussballerischer Vienna-nachwuchs-vergangenheit und regionalem Bezug dazu und so wurde schliesslich das Fankollektiv der „Döblinger Kojoten“ ins Leben gerufen. Im Laufe der 1990er Jahre wurde eine blau-gelbe Fankultur auf der Hohen Warte fix etabliert, die nach und nach auch weitere Fussballfans, die mit den bestehenden Fankonzepten von Austria und Rapid nichts anfangen konnten auf die Hohe Warte lockte. Zu den Kojoten mischten sich schliesslich auch die „Vienna Weirdoz“ und eine Reihe weiterer Fans der Blau-Gelben.

Trotz der defacto nicht vorhandenen Organisationsstruktur innerhalb der Fancommunity funktioniert die Sache nach wie vor überraschend gut. Seit dem Abstieg in die Regionalliga im Jahr 2001 vergrößerte sich der Fanblock nochmals zunehmend. Nicht ausschliesslich der sportliche Erfolg [eh klar :-)] und die emotionale Verbundenheit mit dem Verein sondern vor allem das soziale Ereignis des Stadionbesuchs dient der Erklärung warum „Mensch“ sich das antut.. So werden tendenziell eher durchschnittliche Drittligaspiele als wöchentliche Fussball-Partys zelebriert, egal ob daheim in Döbling oder in Würmla, Ritzing oder sonstwo in der Pampa..

Eckpfeiler dieser Fankultur sind neben dem Verzicht auf jegliche Form der Gewaltanwendung, vor allem der „positive Support“, das bedeutet, dass wir den gegnerischen Spielern und Fans mit Respekt begegnen und im Zentrum der Chants und Anfeuerungen die eigene Mannschaft und nicht das Diffamieren des Gegners steht. Dieser „Grundkonsens“ wird von allen blaugelben Fans geteilt. Zentrales Element der „Viennafankultur“, insbesondere der Chants ist vor allem auch ein humoristisches Element. Als Fans eines Vereins mit einer Art „sympathischem Looser-Image“ kann der Großteil mit Niederlagen „gut umgehen“. So werden auch schon mal Niederlagen wie Siege gefeiert und man versucht nicht durch Gewalt, sondern mittels Selbstironie „negative Gefühle“ als Folge von sportlichen Niederlagen auszuleben.

Darüber hinaus geht es den „Döblinger Kojoten“ darum, nicht bloß als passive Objekte dem Spiel beizuwohnen, sondern aktiv als Akteure das Spiel mitzugestalten. Der Support der Mannschaft innerhalb des Stadions stellt einen öffentlichen Akt dar und ist daher grundsätzlich auch politisch. Im Zentrum unserer Bemühungen steht der Wunsch, einen Fanblock zu bilden, der auf Gewalt, Rassismus, Homophobie, Sexismus und Antisemitismus verzichtet und auch aktiv dagegen auftritt. Fussballfans sollten unserem Selbstverständnis nach, von dem her nicht nur die Möglichkeiten ergreifen, die Ihnen zugewiesen werden, sondern sich Freiräume schaffen, wo sie selbstbestimmt eine lebendige Fankultur gestalten können und somit dem durchkommerzialisierten Fussballeinheitsbrei ein alternatives Konzept gegenüberstellen.

Come on Vienna !!
Wie werde ich Kojote ?
Diese Frage kann man nur für sich selbst beantworten. Glaubt man den alten Legenden, dann gilt es herauszufinden, ob man nicht eh immer schon kojote war und die menschliche Gestalt einst annahm um Schabernack treibend durch die Gegend zu ziehen.
Die oftmalige Zusammenrottung bei den Spielen des First Vienna Football Club ist als zeremonielle Handlung anzusehen in deren Rahmen der hohen Fussballkunst und dem balluuun gehuldigt wird. Darüberhinaus dienen die Feierlichkeiten auch der Erheiterung und Stärkung, sowie der kritischen Auseinandersetzung mit den grossen Fragen des Daseins.
Mythologisches
Seklep (Coyote) was also an important figure in Secwepemc stories. He was a helper to the people as well as a trickster. He could transform himself into anything he wanted. He could die and come back to life. He used his transformations to help and to trick the people. Coyote often used himself as an example of how to behave properly. He helped the people realize the consequences of improper behavior.
Through the stories, Coyote taught the people many lessons and left markers on the land to remind them of the lessons. On the banks of South Thompson River on the Neskonlith reserve are two rocks, one large and one small, which are Coyote and his son transformed into rocks. Coyote and his son were watching naked girls across the river swimming and had wicked thoughts about them. They were changed into rocks and are still there today. When one sees the rocks, he thinks of Coyote and is reminded to behave properly.
Kurze Vereinsgeschichte des First Vienna FC 1894
Anfangsjahre (1894 bis 1928)

Fussball, verstanden als modernes Sportspiel mit einheitlich festgelegtem Regelwerk entstand an den englischen Public Schools ab Mitte des achtzehnten Jahrhunderts. Im Jahr 1863 wurde der englische Fussballverband, die „Football Association“ gegründet. Englische Kaufleute, Arbeiter und Studenten „exportierten“ den Fussball nach Europa und in die ganze Welt.

Im Vergleich zu anderen mitteleuropäischen Ländern verbreitete sich der Fussball in Österreich erst relativ spät. Neben Graz wo bereits am 18. März 1894 das erste offizielle Wettspiel von der Fussballsektion des „Akademisch-Technischen Radfahr-Vereins“ veranstaltet wurde, war vor allem Wien das Zentrum des aufkommenden Fussballsports. Zahlreiche englische Kaufleute brachten ihre Sportleidenschaft mit nach Wien und so wurde 1892 der „Vienna Cricket Club“ gegründet, der zwei Jahre später um eine Fussballsektion erweitert wurde und zu einer der beiden Keimzellen des Fussballsports in Wien wurde, die andere entstand fast zeitgleich in Döbling. (vgl. Göschl, Nadja: Die Geschichte des First Vienna Football Club, Von 1894 bis 1993, Diplomarbeit Wien 1993, 10 ff)

Als Franz Joli, Sohn des Inspektors der Rothschild Gärten in Döbling, von einem mehrmonatigen Aufenthalt in England, wo er erstmals mit der neuen Sportart in Kontakt kam, 1894 zurückkehrte, begann er gemeinsam mit seinem Bruder Max und englischen Gärtnern, die beim Baron Rothschild beschäftigt und ebenfalls schon vom Fussballfieber infiziert waren, Fussball zu spielen. Da der erste Spielplatz in der Heiligenstädter Strasse nicht wirklich die idealen Voraussetzungen bot, übersiedelte man bald zur nahegelegenen ‚Kuglerwiese’.

Bald darauf kam es zur Vereinsgründung der Vienna, welche gleichzeitig auch den offiziellen Beginn des Fussballsports in Österreich markiert.

Auch wenn es schon Jahre zuvor fußballerische Aktivitäten in Österreich gegeben haben muß, sei es als ein verordnetes Spiel in Schulen oder auch ein wildes Kicken auf Wiesen und Plätzen, ist es doch symptomatisch für die Wiener Mentalität, daß die offizielle Geschichtsschreibung des Fusßballsports in Wien erst mit dem Wettlauf des ‚Vienna Cricket and Football Club’ und des ‚Vienna Football Club’ um die vereinsmässige Verankerung einsetzt: Die um einen Tag früher erfolgte Einreichung der Statuten ermöglichte es der ‚Vienna’, dem Vereinsnamen ‚First’ voranzustellen. Am 22.August hielt der ‚First Vienna Football Club’ seine Gründungsversammlung im Gasthaus ‚Zur schönen Aussicht’ ab, im September folgte, nach Genehmigung der Statuten, die konstituierende Generalversammlung in ‚Bittners Gasthaus’ am Heiligenstädter Pfarrplatz.“

Baron Nathaniel Mayer Anselm Freiherr von Rothschild bezahlte die Platzmiete und gewährte „seinem Verein“ auch eine Subvention. Als Clubfarben wählte man – wohl auch aus Dankbarkeit - einfach die Farben des Hauses Rothschild, blau und gelb und man entwarf das bis heute noch in leicht modifizierter Form bestehende Klubabzeichen, ein von drei Beinen umrahmter Fussball.



Das erste öffentliche Fussballspiel (Wiens) wurde dann am 15. November 1894 auf dem Gelände der Kuglerwiese gegen den Rivalen um den Namensstreit dem Vienna Cricket and Football Club vor rund 100 bis 200 Zuschauern ausgetragen und mit 0:4 verloren.

In den ersten Jahren des Bestehens wurden vor allem immer wieder Spiele gegen den „Erzrivalen“ Vienna Football and Cricket Club, aber auch gegen Mannschaften aus Graz und Prag ausgetragen. 1896 zog man um und fand auf der Kreindlwiese eine neue Heimstätte, die wesentlich größer war als die ‚alte’ Kuglerwiese. Da die Bedingungen aber auch dort nicht ideal waren, bezog man am 1. November 1899 den neuen Sportplatz Hohe Warte nahe der Barawitzkagasse, auf dem Terrain des heutigen Hohe-Warte-Bades. Das Eröffnungsspiel gegen den DFC Prag, einer der damals besten Mannschaften des Kontinents konnte mit 2:0 gewonnen werden. Im gleichen und im darauffolgenden Jahr gewann man auch den zwischen 1897 und 1911 ausgetragenen „Challenge Cup“, der ersten und damals bedeutendsten Fussballkonkurrenz der österreichisch-ungarischen Monarchie.

1904 wurde die bis dahin bestehende Österreichische Fussball-Union aufgelöst und an ihrer Stelle der heute noch bestehende Österreichische Fussballverband (heute ÖFB) gegründet. Sitz des Verbandes war die Wohnung des Vienna-Obmannes Schönaug in der Grinzinger Strasse, auch hier sieht man die sehr enge Verbundenheit der Geschichte der Vienna und der gesamten österreichischen Fussballbewegung. In den folgenden Jahren kam es zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Vereins, die 1909 fast zur Auflösung des Vereins geführt hätten. 1911 nahm die Vienna dann aber in der ersten Spielklasse der ersten offiziellen österreichischen Meisterschaft teil und belegte den sechsten Platz, im zweiten Jahr landete man auf Platz acht und 1914 stieg man gar aus der ersten Klasse ab, trat kurz darauf aus dem Österreichischen Fussball Verband aus und gründete mit einigen anderen Wiener Vereinen den Konkurrenzverband FUAN. Der Ausbruch des ersten Weltkriegs brachte dann den Spielbetrieb allerdings zum erliegen.

Im Jubiläumsjahr 1919 schaffte die Vienna den Aufstieg in die höchste Spielklasse, verlor aber gleichzeitig ihr Stadion. Traditionsgemäß wollte man natürlich im neunzehnten Bezirk bleiben und so kam es auch, im September 1920 stellte die Gemeinde Wien der Vienna ein Grundstück zur Verfügung auf dem eine der größten Sportanlagen des Kontinents entstehen sollte. 1921 wurde das Stadion auf der Hohen Warte mit dem Meisterschaftsspiel gegen Hakoah, das 2:1 gewonnen wurde, feierlich eröffnet.

Neben den Spielen der Vienna wurden auch zahlreiche Ländermatches fortan auf der Hohen Warte ausgetragen. Erwähnen will ich hier nur kurz den Zuschauerrekord beim Ländermatch Österreich gegen Italien (0:0) am 15. April 1923, das 80.000 Zuschauer auf die Hohe Warte lockte. Aber auch bei den Meisterschaftsspielen wurden regelmässig imposante Zuschauerzahlen erreicht. Im Meisterschaftsjahr 1922/23 bei der Doppelveranstaltung Vienna gegen Hakoah und Amateure gegen Rapid pilgerten gar 50.000 Zuschauer auf die Hohe Warte. Von solchen Zuschauerzahlen können heutige Bundesligavereine nur träumen.

Horak erklärt diesen steigenden Zuschauerzuspruch aus der Entwicklung des Fussballspiels heraus vom bürgerlichen Sport zum Bestandteil urbaner Popularkultur. Vorrausetzung für diesen Wandel war natürlich ein erhöhtes Freizeitbudget der Arbeiter, aufgrund einer neuen Sozialgesetzgebung.

„Ein wesentlicher Sprung nach oben kann jedoch in den Jahren nach dem Ende des Ersten Weltkriegs festgestellt werden. […] Der ‚Sport der Gentlemen’ war zu einer ungeregelten lauten ‚Massenunterhaltung’ geworden, die nichts mehr mit den ursprünglichen Absichten und Zielen des Sports gemein zu haben schien, also mit Gesundheit, Fairness, Charakterschulung. Die irritierende Präsenz von häufig laut grölenden Zuschauern, die Hüte und Spazierstöcke schwenkten und – gewöhnlich in völliger Unkenntnis der einschlägigen Regeln – den Schiedsrichter mit Schmähungen überhäuften, wird von bürgerlichen Kritikern als Folge des Krieges gedeutet, der das moralische Empfinden der Menschen zerstört habe. Nach meiner Meinung haben wir es allerdings eher mit lebensvollen Reflexen eines Veränderungsprozesses zu tun, in dem sich ein ‚Gentlemen-Sport’ in eine bestimmte Form popularer Unterhaltungskultur verwandelte“. (vgl.Horak, Roman: Kaffeehaus und Vorstadt, Feuilleton und Massenvergnügen. Über die doppelte Codierung des Fußballs im Wien der Zwischenkriegszeit, in: Fanizadeh, Michael, Global Players. Kultur, Ökonomie und Politik des Fussballs, Brandes & Apsel, Frankfurt 2002, 60)

Doch auch zahlreiche andere Veranstaltungen wurden in der Heimstätte der Vienna ausgetragen, angefangen von Boxkämpfen bis hin zu Modeschauen und Opern- und Operettenaufführungen. Im Meisterschaftsjahr 1923/24 wurde erstmals eine Profimeisterschaft eingeführt, in der die Vienna hinter Hakoah und den Amateuren den guten dritten Platz erreichte. Auch in den folgenden Jahren spielte die Vienna immer vorne mit.


Die „erfolgreichsten“ Jahre (1929 bis 1945)

Obwohl in der Saison 1928/29 in der Meisterschaft nur der siebente Rang erreicht wurde, konnte endlich der erste heissersehnte Pokal auf die Hohe Warte geholt werden. Im Finale des ‚Wiener Cup’ wurde Rapid in einem spannenden Match vor 35.000 Zuschauern auf der Hohen Warte mit 3:2 besiegt. Im darauffolgenden Jahr konnte man den Cup-Pokal, diesmal im Endspiel gegen Austria zum zweiten Mal gewinnen.

In der Saison 1930/31 war es dann soweit, nach 36 Jahren konnte man endlich den ersten Meistertitel einfahren. Durch den Meistertitel war man auch für den Mitropacup qualifiziert, eine Art Vorläufer der heutigen Champions League. Der Gewinn des Mitropacups 1931 gilt bis heute als der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte.

„Die Döblinger stellten damals einen Rekord auf, sie blieben in sämtlichen Spielen gegen die Konkurrenten siegreich: Bocskai Debrecen wurde 3:0 und 4:0, AS Rom 3:1 und 3:2 geschlagen. Schließlich behaupteten sie sich auch gegen WAC. Das erste Spiel, das in Zürich – also auf neutralem Boden – ausgetragen wurde, endete 3:2. Im Finale am 12. November 1931 siegte die Vienna im neuerbauten Wiener Stadion 2:1. Es war eine absoluten Novität, daß zwei Vereine derselben Nation ein internationales Cup-Endspiel bestritten“.


„Volles Haus“ im Stadion Hohe Warte in den 1930er Jahren

In der Saison 1932/33 konnte man mit 3 Punkten Vorsprung vor Rapid den zweiten Meistertitel einfahren. In den folgenden Jahren spielte die Vienna immer oben mit, 1937 konnte man, im Endspiel gegen den Wiener Sportklub, das mit 2:0 gewonnen wurde, den dritten Cuptitel holen.

Mit der Annektion Österreichs durch die Nationalsozialisten 1938 wurde der österreichische Fussballbund als „Gau XVII Ostmark“ ins „Reichsfachamt Fussball“ eingegliedert, die österreichischen Vereine spielten in den deutschen Bewerben mit. Zahlreiche Vereine wurden aufgelöst, so auch der österreichische Meister von 1925, der jüdische Sportverein Hakoah und der österreichische „Profi-betrieb“ wurde abgeschafft. Paradoxerweise feierte die Vienna im dunkelsten Kapitel der österreichischen Geschichte die größten Erfolge, die ich nur kurz hier anführen möchte. 1941 wurde der sogenannte Alpenpokal, ein Bewerb an dem je fünf Vereine aus Wien und aus Bayern teilnahmen, gewonnen. 1941/42, 1942/43 und
1943/44 konnte man dreimal in Folge die „Gauligameisterschaft“ für sich entscheiden und zusätzlich noch 1943 den deutschen Pokal, den sogenannten „Tschammer-Pokal“, nach Döbling holen.


Die Vienna in der Zweiten Republik (1945-2007)

Bereits im Jahr 1945 begann man den Spielbetrieb provisorisch wieder aufzunehmen, der erste offizielle Bewerb im neuen Österreich, der sogenannte „Befreiungspokal“ konnte nach Döbling geholt werden. 1949 wurde erstmals eine gesamtösterreichische Meisterschaft, die sogenannte „Staatsliga“ ausgetragen, an der selbstverständlich auch die Vienna teilnahm. 1953 wurde, die durch Bombentreffer stark in Mitleidenschaft gezogene „Hohe Warte“ durch die amerikanische Besatzungsmacht endlich wieder freigegeben. Die damalige Anlage hatte ein Fassungsvermögen von 32.000 Zuschauern.

In den Jahren unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg herrschte in Österreich so etwas wie ein Zuschauerboom, da Fussball eines der wenigen erschwinglichen Freizeitbeschäftigungen darstellte. Rapids Zuschauerschnitt etwa stieg (in der Saison1947/48) auf über 27.000 Besucher pro Spiel, die Austria aber auch die Vienna und Wacker Wien besaßen mehrere Jahre Zuschauerzahlen von über 20.000 pro Spiel, Zahlen wie sie nie vorher oder nachher von österreichischen Mannschaften erreicht wurden. Durch ein erhöhtes Maß an Mobilität, mehr Freizeit und auch mehr Freizeitangebote gingen die Zuschauerzahlen etwa ab der Saison 1954/55 wieder zurück.

In dieser Saison 1954/55 konnte auch der sechste und bislang letzte Meistertitel eingefahren werden.

„Es gab in dieser Frühjahrssaison nur mehr zwei Niederlagen und am Ende den stolzen Titel des österreichischen Meisters. Nach elf Jahren wurde wieder die Meisterschaft nach Döbling geholt und alles jubelte. (..) Die Ausgeglichenheit der Mannschaft war die Basis für den großen Erfolg und fast alle Spieler spielten in der A- bzw. B-Nationalmannschaft Österreichs. Bei 26 Spielen gab es 17 Siege, fünf Unentschieden und nur vier Niederlagen, dazu das imposante Torverhältnis von 64:26. Ein äußerst schußkräftiger Sturm und eine glänzende, harte Abwehr machten die Mannschaft zur Spitzenelf Österreichs.“(vgl. Molden, Ecker: First Vienna Football Club. Österreichs Fußballpioniere, Verlag Bücher-Herzog, Wien 1969, 132)


Die bislang letzte „Vienna-Meisterelf“ aus dem Jahr 1955

Die weitere Vereinsgeschichte ist gekennzeichnet durch ein ständiges Auf- und Ab, auch bedingt durch zahlreiche Reformen der obersten Spielklasse. Erwähnenswert sind sicher die Sensationstransfers von Hans Krankl 1980 und dem argentinischen Weltmeister Mario Kempes 1986 zur Vienna. Ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte ist zweifellos die Qualifikation für den Uefa-Cup 1987/88 und 1988/89.

Der 7. Juni 1988 wird auch vielen Nicht-Vienna-Anhängern sicherlich im Gedächtnis geblieben sein: Mit einem 2:1 Sieg über Admira Wacker sicherte man sich den vierten Tabellenplatz, und damit die Teilnahme am UEFA-Cup. Nach jahrelanger, ja man kann sagen jahrzehntelanger Durststrecke, war das Ziel erreicht, bei einem großen internationalen Bewerb mitzuspielen.

Ein Ereignis, dass auch einen Fixplatz in der Erinnerung, vor allem bei der „jüngeren Fangeneration“ hat, ist sicher das Erreichen des Cupfinales 1997. Die Vienna, mittlerweile wieder zweitklassig unterlag im Finale im Ernst Happel Stadion Sturm Graz knapp mit 1:2.

Den absoluten Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte stellt der Abstieg des First Vienna Football Club in die Regionalliga Ost 2001 dar, den bis dahin war man noch nie „drittklassig“. Der von den Verantwortlichen angestrebte und von den Fans herbeigesehnte baldige Wiederaufstieg wurde bis dato noch nicht erreicht und so geht man in der Saison 2007/08 bereits in das siebente „Ostligajahr“.
 
Tabelle ADEG-Liga
1. W. Innsbruck 19 45 : 15 38
2. Admira 19 34 : 08 37
3. W. Innsbruck 19 34 : 19 36
4. A. Lustenau 19 30 : 22 36
5. SKNV St. Pölten 19 26 : 24 32
6. RBS Juniors 19 36 : 32 26
7. FC Gratkorn 19 33 : 32 24
8. Vienna 19 27 : 34 20
9. FC Lustenau 19 21 : 29 19
10. TSV Hartberg 19 16 : 45 18
11. Austria Amas 19 17 : 31 17
12. FC Dornbirn 19 18 : 46 15
Keep Your Terraces Tidy Pyrotechnik ist kein Verbrechen